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Eine große Liebe
Wunderschön.
Doch verlerne nie,
allein gehen zu können,
allein bestehen zu können,
allein leben zu können.
Dann wirst du überleben.
Und die Liebe auch.
Kristiane Allert-Wybranietz
Ein weiser Ansatz für einen respektvollen, einen liebevollen
Umgang mit dem Phänomen Liebe. Was aber, wenn auch die
bestgehütete Liebe vergeht, wenn der Mensch, dem man sein Leben,
seine Jahre, sein Glück anvertrauen wollte, plötzlich nicht
mehr für diese und zu dieser Liebe bereit ist.
Die meisten unserer Mitmenschen ziehen sich in dieser
Situation mit all ihrem Weltschmerz in eine möglichst einsame
Ecke zurück, lassen weder Freund noch Freundin an sich
herankommen und versinken im dunklen Schatten tiefster
Depressionen.
Daß es auch anders geht, daß man mit dem Ende einer Liebe
auch produktiv umgehen kann, hat die amerikansiche Autorin Debby
Bull in einem im wahrsten Sinne des Wortes kleinen Bändchen
unter Beweis gestellt: Zunächst hat auch sie versucht, die
Schuld bei sich selbst zu suchen, mit Therapien an sich, mit
Gurus und Selbsterfahrungsgruppen an ihrem Denken, mit der Flucht
vor der bekannten Umwelt an ihrer Realität etwas zu ändern -
natürlich erfolglos.
In 18 Kapiteln erzählt uns die Journalistin, die für renomierte
Magazine wie "Rolling Stone", "US" und
"Interview" schreibt, von ihren Erfahrungen, die sie
bei den vergeblichen Versuchen, dem Kummer zu entfliehen gemacht
hat - ein "Lebenshelfer" wie viele andere auf dem
Markt, könnte man meinen.
Wäre da nicht die auf den ersten Blick etwas skurile, auf den
zweiten Blick aber offenkundig sehr erfolgreiche
"Einmachtherapie", die Debby Bull schließlich immer
wieder das Glück gebracht hat: Sie kocht ihren Liebeskummer ein,
verpackt ihn zwischen Mixed Pickels, Pflaumenmarmelade und
Dillbohnen und verschenkt das alles an Freunde und Bekannte.
In der Beschäftigung, die das Einmachen mit sich bringt, in den
Erfolgserlebnissen, die es ermöglicht, findet man, wenn man der
Autorin Glauben schenken darf, Kraft und Erfüllung.
Die witzigen, mitreißenden und meist mit einer komischen Note
versehenen verzeifelten Versuche einer
"konventionellen" Verarbeitung einer frustrierend
beendeten Liebesbeziehung unterbricht Bull mit Rezepten und
Einmachanleitungen - die These "Nach einer kaputten
Beziehung mußt Du vor dem neuen Anmachen erst einmal
Einmachen" gewinnt so Kontur und Tiefe.
Damit revolutioniert die junge Amerikanerin alle bisherigen
wissenschaftlichen Versuche, ein Patentrezept aus der latenten
Depression nach einer gescheiterten Beziehung zu finden: Man
braucht nicht mehr, als "Seufzer in Gelee". Und
unzählige Viertelliter-, Halbliter- und Litergläser.
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