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Erschienen
Indigo #1: Sunsit-City
06/2001
Carlsen Verlag GmbH, Hamburg
48 Seiten / DM 19,90
Carlsen startet die Fantasy-Offensive. Nach dem Ende der Comicproduktion bei Splitter kümmert man sich nun im Hamburger Verlagshaus um dessen Fantasy-Erbe. Und wieder einmal unterstützt Carlsen das kleine Pflänzchen der deutschen Comic-Kultur. Nach Mabuse also ein weiterer Titel aus heimischen Landen auf des Lesers Tisch: "Indigo".

Indigo ist ein kleiner Ganove des ich durchs Leben stiehlt. Sein neuester Coup: Die Sternenkarte eines magischen Schiffes. Der vermeidliche Hauptgewinn entpuppt sich schnell als enormer Risikofaktor für alle im Umkreis des einzigen Phreem in Sunsit-City. Und was wäre eine gute Story ohne ein paar dicke Dinger? Für diesen Part ist Scilla verantwortlich. Dickere Dinger als Pamela Anderson und weit weniger scheu, mit ihren Reizen zu protzen. Sie ist einer der besten Bodyguards in dieser Stadt und soll Indigo vor dem Häscher der Gesellschaften schützen. Aber das ist gar nicht so leicht, den der Makake sit durch Magie unverwundbar. Also eilt der Held mit Begleitung und Verfolgung in den Abgrund. Hier wirkt keine Magie und der Makake ist verwund- und besiegbar.

Die Bühne ist bereitet für ein furioses Action-/Fantasy-Spektakel. Neben der guten Story glänzt Indigo in der neuen Carlsen-Version mit perfekter Farbgebung und guten, teils sogar hervorragenden Zeichnungen. Trotz allem hat sich Indigo und dessen Zeichner Schulz seine Identität bewahrt. Ähnlich wie bei Mabuse sind einige Panels von überzeichneten Gesichtszügen geprägt. Wobei das in diesem Fall wegen des Fantasy-Genres noch nicht einmal störend wirkt. Nur die arme Scilla tut mir leid, bei dem Hohlkreuz (okay, es drückt die dicken Dinger in den Mittelpunkt des zumindest männlichen Gesichtskreises) hat die gute sicher keine schmerzfreie Nachtruhe.

Obwohl Band 1 bereits 1992 im Splitter Verlag erschienen ist, sollte man sich diesen Band zulegen. Die komplett neugezeichneten Bilder machen aus der guten Story ein tolles Album. Band 2 bis 5 sollen in Punkto Farbe überarbeitet werden.

Als Auszeichnung darf man es auf jeden Fall verstehen, das dieser Comic nach Frankreich verkauft werden konnte. Oder ist das eher der Verflachung der dortigen Szene zu verdanken, man denke nur mal den öden letzten Verlian und Veronique, bei dem von den Qualitäten der alten Alben wie zum Beispiel dezenter Gesellschaftskritik nicht mehr zu spüren war?


Indigo ist das Beste, was der deutsche Comic-Markt derzeitig zu bieten hat. Solide Zeichnungen mit super Farbgebung und einer spannenden Story. Mehr als genug um nach 48 Seiten gut unterhalten zu sein.